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FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
21 Sep 2015 EWR Online
Samstag, 3. Oktober 2015, 19 Uhr
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fotograaf Marco Borggreve.

Im Dialog mit dem Unmöglichen
Festival Orchestra und Kristjan Järvi.
Ein Gipfeltreffen zweier starker Streicherpersönlichkeiten: Cellistin Sol Gabetta und Geigerin Patricia Kopatchinskanja werden zu Saisonbeginn im Festspielhaus Baden-Baden am Samstag, 3. Oktober 2015, um 19 Uhr in einen ganz besonderen Dialog miteinander treten. Das Gstaad Festival Orchestra begleitet die beiden Künstlerinnen.

BADEN-BADEN – Kein Zweifel: Sol Gabetta, die sympathische Argentinierin, gilt als eine der besten Cellistinnen weltweit. Mit 17 Jahren gewann sie den renommierten ARD-Wettbewerb in München, seitdem hat sie viele weitere Auszeichnungen wie drei Echo-Klassik-Preise und einen Grammophone-Award erhalten. Im Baden-Badener Festspielhaus trifft sie nun nach ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern an gleicher Stelle am Samstag, 3. Oktober 2015 um 19 Uhr auf die moldawische Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die 1989 nach Wien emigrierte, um von dort aus ihre Weltkarriere zu starten. Patricia Kopatchinskaja ist eine Virtuosin, die ihr Publikum mit unkonventioneller Bühnenpräsenz überrascht und auch in den feinsten Häusern immer noch barfuß direkten Bodenkontakt hält. Wie Sol Gabetta geht auch Patricia Kopatchinskaja in hochemotionalem und überaus riskantem Spiel an die Grenzen des technisch Möglichen.

Gemeinsam präsentieren die beiden Musikerinnen im Festspielhaus Baden-Baden das für sie komponierte Doppelkonzert „Dialogue“ des Briten Mark-Anthony Turnage, der sich durch die einzigartige Verschmelzung von Jazz und klassischen Stilen einen eigenen Weg zwischen Moderne und Tradition bahnte: ein teilweise tonales und überaus lyrisches Werk, in dem die Klangschönheit der beiden Soloinstrumente voll ausgeschöpft wird.

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Sol Gabetta, fotograaf Uwe Arens
Eine weitere lohnende Entdeckung bietet auch Camille Saint-Saëns’ „La muse et le poète“ op. 132 für Violine, Violoncello und Orchester – ein von Alfred de Mussets Gedicht „Un Nuit d’octobre“ inspiriertes und vor Klangtrunkenheit nur so funkelndes Meisterwerk, in dem die Violine immer wieder zu unbekümmerten und schwerelos wirkenden Höhenflügen ansetzt, während dem tieferen Streichinstrument eine melancholische und bisweilen auch aufbrausende Musik vorbehalten bleibt. Der verbittert wirkende Cellopart (Spiegel des launenhaften Poeten) wird jedoch zusehends von der engelsgleichen, auf Harfenklängen gebetteten Violine (der beflügelnden Muse) aufgeheitert, bis beide Instrumente nach innigem Zwiegespräch im unisono zusammenfinden: Grund genug, mit einer fulminanten Stretta zu enden. Begleitet werden die beiden Solistinnen vom Gstaad Festival Orchestra und Kristjan Järvi, die zu Beginn des Abends mit Nikolai Rimsky-Korsakows „Capriccio espagnol“ schillernden Klangfarbenzauber verbreiten werden. Schließlich war es die erklärte Absicht des Komponisten, „das Capriccio durch die virtuosen Farben des Orchester glänzen zu lassen“.

Für einen weiteren Höhepunkt des Abends sorgt Kristjan Järvis Ballettmusik-Arrangement aus Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ – laut Boris Assafjew ein „Album beseelter Lieder ohne Worte“, über das schon der berühmte Kritiker Hermann Laroche schrieb: „Musikalisch gesehen ist Schwanensee das beste Ballett, das ich jemals erlebt habe […].“ Tschaikowsky selbst hat von seiner berühmten Komposition eine Orchestersuite zusammengestellt, die mit ihren sechs Sätzen die Hauptnummern des Werks umfasst. Die von Kristjan Järvi zusammengestellte rund 50-minütige Konzertsuite bietet allerdings noch mehr von dieser wunderbaren Musik.

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Samstag, 3. Oktober 2015, 19 Uhr

Patricia Kopatchinskaja Violine
Sol Gabetta Violoncello
Kristjan Järvi Dirigent
Gstaad Festival Orchestra

Nikolai Rimsky-Korsakow
Capriccio espagnol op. 34

Mark-Anthony Turnage
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester

Camille Saint-Saëns
La Muse et le poète op. 132 für Violine, Violoncello und Orchester

PAUSE
Peter Iljitsch Tschaikowsky
Ballettmusik aus Schwanensee – arrangiert von Kristjan Järvi
Weitere Informationen: www.festspielhaus.de

Informationen und Eintrittskarten: Tel. 07221 / 30 13 101
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